Filmkritiken

«Als die Sonne vom Himmel fiel»

Der Grossvater von Aya Domenig überlebte den Atombombenabwurf auf Hiroshima. Die Dokumentaristin erweiterte ihren Film über atomare Verstrahlung um die neue Dimension der Katastrophe von Fukushima.

Die Dokumentarfilmerin Aya Domenig begibt sich auf die Spuren ihres Grossvaters, der nach dem Abwurf der Atombombe 1945 als junger Arzt im Rotkreuzspital von Hiroshima gearbeitet hat. (Bild: PD)

Der Grossvater von Dokumentarfilmerin Aya Domenig überlebte 1945 als Arzt den Atombombenabwurf auf Hiroshima – zufälligerweise war der Mann an jenem folgenschweren Tag nicht in der Stadt, kehrte aber kurz darauf in die verstrahlte Hölle zurück und versuchte vergeblich, medizinische Hilfe zu leisten. Das hat ihn so schwer traumatisiert, dass er bis zu seinem Tod im Jahr 1991 nie darüber sprechen konnte, wie man von der Grossmutter der Filmemacherin erfährt. Die mittlerweile ebenfalls verstorbene Frau ist eine der Protagonistinnen im ersten langen Kinodokumentarfilm der 1972 in Japan als Tochter eines schweizerisch-japanischen Paares geborenen und in der Schweiz aufgewachsenen Aya Domenig. Während ihrer Recherchen dann von der Katastrophe von Fukushima überrascht, erweiterte die Regisseurin ihren so komplexen wie emotionalen Film über atomare Verstrahlung um diese neue Dimension, was Dramaturgie und Verständlichkeit etwas beeinträchtigt. [ weiter ]

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