Filmkritiken

Unter der Wolke

Zehn junge Regisseure haben je eine Episode für «Heimatland» gedreht ? und dann alle miteinander vermischt. Der Spielfilm läuft als Schweizer Beitrag im Wettbewerb von Locarno.

Der Episodenfilm "Heimatland" ist der einziger Schweizer Beitrag im Wettbewerb des Filmfestival Locarno.

Es ballt sich etwas zusammen in der Schweizer Filmlandschaft. Von den Bergen kommt es her, es kriecht den Grund entlang und durch Höhlen hindurch, es schlängelt die Felswände hinab und verdichtet sich über einem Bergsee. Mütter, schliesst eure Söhne weg, es zieht eine gewaltige Wolke herauf, ein geradezu historisches Unheil aus Schwaden und Schleiern. Sie scheinen aus allen möglichen Tälern gekommen zu sein, um sich auf der Alp zusammenzuziehen, denn dieses Unwetter ist auf Mission.

Es kommt nämlich etwas zusammen in der Schweizer Filmwelt. Zehn junge Regisseure, geboren zwischen 1976 und 1985, haben sich verbrüdert, um «Heimatland» zu drehen. Nicht als filmische Kompilation, in der eine Episode auf die nächste folgt. Eher als Fluss aus Ideen und Figuren, in dem sich die Episoden der Beteiligten überkreuzen, mischen, gegenseitig beissen, wohl auch übereinanderstolpern. Wer welche Folge gedreht hat, wird in diesem Omnibusfilm nicht angeschrieben. Die Regisseure sind selbst ein wenig wie die Nebelschleier, die sich zu Beginn von «Heimatland» auf dem Berg zusammenbrauen. [ weiter ]

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