Filmkritiken

«Paula»

Eine malende Aussenseiterin

Paula Modersohn-Becker (Carla Juri) sucht nach fünf Jahren Häuslichkeit in Paris nach Selbstverwirklichung. (Bild: Studio / Produzent)

Als sie nach Worpswede aufbricht, in Rüschenkleid, Blumen im Haar, wirkt sie wie ein Hippie-Mädchen inmitten einer Männersekte. Als sie nach Paris geht, schwer mit Koffer und Staffelei bepackt, wirkt sie wie eine Obdachlose.

Aussenseiterin, ja: Das war Paula Modersohn-Becker ihr kurzes Leben lang. Christian Schwochows Film nach einem Drehbuch, das Stefan Kolditz und Stephan Suschke schon zu DDR-Zeiten schrieben, erzählt den Aufbruch in die Freiheit als notwendigen Egoismus, und die unbändige Carla Juri («Feuchtgebiete») gibt wahlweise den Backfisch und die Geheimnisvolle dazu. Für die «Münder wie Wunden, Nasen wie Kolben, Hände wie Löffel», die Paula sah und malte, findet der Film keine oder zu schöne Bilder.

Doch am Schluss, als man längst genug hat von Malweibern, Sommerwiesen, Nachtklubs und Bohémiens, wird er dank Albrecht Abraham Schuch in der undankbaren Rolle des verlassenen Ehemanns Otto Modersohn überraschend zu einer ergreifenden, zutiefst modernen Liebesgeschichte. [ weiter ]

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